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Turbulente Tage an Börsen und in Banken lassen sich vielleicht am besten mit einer Reise in die gute alte Zeit überstehen. Natürlich sollte das ganze auch mit räumlicher Distanz verbunden werden. Die schönste nostalgische Flucht an den Stillen Ozean ist nur zehneinhalb Flugstunden entfernt: der Bundesstaat Oregon im pazifischen Nordwesten der USA bietet in diesen Wochen Cowboyromantik, Museen mit Spielzeugen aus Großmutters Kindertagen und historische Hotels zum süßen Träumen.

Oregon Angeln in Oregon: Reisen in die gute alte Zeit

Angelfreuden in herrlicher Natur. Foto: Travel Oregon

Land, Luft, Lasso, Lagerfeuer
Börsenkurse sind vergessen, wenn man sich in Vollmondnächten ans Lagerfeuer setzt und echten Cowboys - oder “Buckaroos”, wie sie in dieser Gegend meist genannt werden - lauscht, wie sie ihre Lieder singen und Geschichten erzählen. Dazu gibt es reichlich Gelegenheit, beim Urlaub auf einer “Dude Ranch”, “Horse Ranch” oder “Working Cattle Ranch”. Dort kann man aber nicht nur reiten, sondern auch den allseits bekannten “Cowboysportarten” wie Hufeisen- oder Lassowerfen nachgehen. Oft sind die Gäste zudem eingeladen, richtig “anzupacken” - ob beim Viehtrieb oder bei der Reparatur eines Weidezauns. Die meisten Gästeranches sind während der sommerlichen Hauptsaison im Vollbetrieb geöffnet und bieten im übrigen Jahr ein - auch witterungsbedingt - eingeschränktes Programm. Da die Zahl der Gästezimmer sehr begrenzt ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig zu buchen. Meist gibt es Pauschalangebote mit 6 oder 7 Übernachtungen. In den meisten Fällen sind sämtliche Mahlzeiten im Preis inbeg riffen, denn dort, wo die Ranch liegt, stehen selten Restaurants - und schließlich gehört die deftige Hausmannskost auch zum authentischen Ranch-Erlebnis dazu.

Viele der Ranches haben den “Old West” noch selbst “miterlebt” und könnten wohl manch eine interessante Geschichte erzählen. Die Long Hollow Ranch im Herzen Oregons, rund 20 km nordöstlich von Sisters, bietet beispielsweise gemütliche Gästezimmer in einem über 100 Jahre alten, allerdings frisch renovierten Haus. Ob man über die Ranch reitet oder durch die benachbarte Hochwüste, durch Lärchenwälder, entlang der Randfelsen oder durch tiefe Schluchten: Hier ist Oregon noch wild und natürlich. Man kann beim Viehtrieb dabei sein, sich aber auch die Zeit beim Fliegenfischen vertreiben. Die Ranch kann 14 Gäste aufnehmen. Je nach Jahreszeit wird Long Hollow als “Guest Ranch” betrieben oder ist für Einzelübernachtungen mit Frühstück und Kurzaufenthalte buchbar. Die Preise liegen bei rund $190-230 (ca. Euro 145-175) pro Person und Nacht, je nach Saison und Aufenthaltsdauer.

Oregon Wildpfere in Oregon: Reisen in die gute alte Zeit

Wildpferde auf der Ranch. Foto: Travel Oregon

Die 1200 Hektar große Bar M Ranch liegt zwischen Kiefern, Föhren und Pappeln im äußersten Nordosten des Staates, rund 50 km östlich von Pendleton am Fuße einer Schlucht, unmittelbar am Fluss Umatilla. Sie wurde 1864 als Postkutschenstation gegründet, doch die heißen Quellen auf dem Gelände waren bereits den Indianern bekannt, die hier mächtige Geister am Werk wähnten. Um die vorletzte Jahrhundertwende glaubte auch ein Arzt namens Dr. Bingham an die Wunderkräfte des Wassers und baute ein Haus, in dem seine “Kurgäste” übernachten konnten. Dieses Haus ist eines der Gebäude, in dem heute die Ranchurlauber wohnen. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Unterkünfte auf der Ranch sowie Stellplätze für Camper. Zu den Gästen zählte 1926 sogar US-Präsident Calvin Coolidge. Die Preise für eine Übernachtung beginnen bei rund $95 (ca. Euro 70) pro Person und Nacht im Doppelzimmer in der Nebensaison. Der Preis beinhaltet die Vollpension und in der Hauptsaison auch zwei Ausritte pro Tag.

Großmutters Karussell reloaded
Höher, schneller, weiter? Alles Schnee von gestern! Nichts ist schöner als eine gemächliche Runde auf Großmutters Karussell mit geschnitzten Pferden, Seetieren, Vögeln und sogar Elefanten. In Albany lockt das American Dentzel Carousel Museum mit einer eindrucksvollen Sammlung aus den Schätzen der Dentzel-Familie. Der deutsche Einwanderer Gustav Dentzel brachte Mitte des 19. Jahrhunderts die Idee des Karussells aus Europa nach Amerika und legte damit den Grundstein für ein Familienimperium im Jahrmarktsgeschäft.

Noch ist neben den Leihgaben der Familie Dentzel kein klassisches Karussell zu besichtigen, aber Besucher haben hier Gelegenheit, aktiv am Bau mitzuarbeiten. Ein originaler Dentzel-Antriebsmechanismus im Wert von über 350.000 $ war vor sechs Jahren der Grundstein für das Projekt. Freiwillige haben in der Zwischenzeit schon eine Reihe von Reittieren geschnitzt und bemalt und in etwa vier Jahren soll das Karussell fertig gestellt sein. Weitere Informationen unter www.albanybrassring.com.

Quelle: Oregon Tourism Commission / Hotelangebote Oregon

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