Mit dem Zug durch Ecuador
Nachdem aufgrund der schwierigen Infrastruktur mehr als 30 Jahre lang für dieses Projekt gekämpft worden war, wurde die nicht umsonst „schwierigster Zug der Welt“ genannte Zugroute 1908 zum ersten Mal in Betrieb genommen. Die Einweihung der Strecke wurde seinerzeit mit einem viertägigen Fest gefeiert. Die Route verband die Küste mit den Anden und schuf so erstmals ein vereintes Ecuador. Allerdings wurde der Betrieb vor mehr als 30 Jahren wieder eingestellt.
Nach Investitionen in Höhe von 14 Millionen US-Dollar soll die ursprüngliche Eisenbahntrasse nun ab März 2009 wieder befahren werden. Die Zugstrecke – es handelt sich dabei nicht nur um ein Transportmittel, sondern um eine echte Touristenattraktion! – zieht sich durch das gesamte Land. Der erste Abschnitt, der im März 2009 fertig sein soll, ist die Strecke Quito-El Boliche (Cotopaxi), gefolgt von Quito-Latacunga. Ende 2009 soll dann auch die Verbindung zwischen Latacunga und Riobamba fertig gestellt sein, anschließend die beeindruckende Trasse über die „Teufelsnase“. 2010, so die Planung, werden dann auch die Routen Quito-Guayaquil und Quito-Cuenca wieder in den Fahrplan aufgenommen.
Die Entdeckung der archäologischen Vergangenheit Quitos
In Quito hat man sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Archäologie beschäftigt. Das Ergebnis der Forschungen sind faszinierende Entdeckungen über die Ureinwohner, die in prähistorischen Zeiten in der Umgebung rund um Quito ansässig waren.
Die Grabgewölbe von „La Florida“ wurden 2004 entdeckt und sind 2009 erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Fundort macht die hohe Entwicklung einer Kultur deutlich, die hier um 500 vor Christus siedelte. Zu den Funden von „La Florida“ zählen auch zwei Gewölbe, in denen 16 Menschen zusammen mit spektakulären Keramikstücken, Muscheln und Goldschmuck bestattet wurden.
Das im Nordosten von Quito gelegene „Rumipamba“ ist Teil eines Stadtparks. In ihm finden sich Überreste von Häusern, Bewässerungskanäle sowie große Mengen an Keramikarbeiten, die einem Bauernvolk gehörten, das hier um 2.000 vor Christus – viel früher, als einige Studien angenommen hatten – lebte. Die gefundenen Keramik- und Metallarbeiten zeugen von der Fingerfertigkeit und einer enorm ausgereiften Technik der Bewohner. Rumipamba ist zudem der erste Ort, in dem im Herzen der Stadt Überreste von Mauern aus der Prä-Inka-Zeit gefunden wurden. Über deren Existenz konnte zuvor lediglich spekuliert werden. Rumipamba wird ab Anfang 2009 unter dem Namen „Parque Ecológico y Archeológico Rumipamba“ für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Ein weiterer Ort, der das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, ist das im Nordosten der Stadt, in der Nebelwaldregion, gelegene „Tulipe“ (ca. eine Stunde von Quito entfernt). Tulipe wurde von den Yumbos erbaut, die zwischen 1.600 und 800 vor Christus die Täler und Berge im Norden und Nordosten von Quito bewohnten. Es wird angenommen, dass die Yumbos nach einem Ausbruch des Vulkans Pichincha im Jahr 1660 nach Amazonien auswanderten. Diese Theorie konnte bislang aber nicht belegt werden.
Die Route Quito-Tulipe lässt sich am besten mit Hilfe eines von der „Corporación Metropolitana de Turismo“ herausgegebenen Guides erkunden. Der Reiseführer enthält interessante Informationen über diese Strecke, darunter auch Wissenswertes über das Nebelwald- und Orchideen-Reservat, über Unterkünfte und lokales Kunsthandwerk.
Quelle: BZcom
